Raddatz, Alfred
Christliche Kunst - auch ein Spiegel des Verhältnisses von Christen und Juden
Das Bildmotiv “Ecclesia und Synagoga“, das den Gegensatz zwischen Kirche und Judentum zum Ausdruck bringen soll, entsteht in der Mitte des 9. Jahrhunderts im Westfrankenreich – “detestanda Judaeorum perfidia“, um den Unglauben der Juden aufzuzeigen. Es war die kirchliche Antwort auf die judenfreundliche Politik im karolingischen Reich, besonders Ludwigs des Frommen und Karls des Kahlen.
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Konrath, Christoph
Gedenken anno 2008
Der Sitzungssaal des Nationalrats kann in mancher Hinsicht als Sinnbild für das Verhältnis der österreichischen Politik zur Geschichte dieses Landes gesehen werden. Die kahle Architektur der 1950er-Jahre stellt einen radikalen Bruch zu dem, was vorher war, dar. 2008 könnte die Chance bieten, nicht über Geschichte und ihre Auswirkungen reden zu lassen, sondern als Politiker Diskussion und Argumentation darüber nicht zu scheuen. Und dabei wiederum könnte die Leere des Nationalratssaals durchaus Richtschnur für eine nüchterne Auseinandersetzung sein – im Interesse der Zukunft.
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Himmelbauer, Markus und Schulmeister, Paul
Zeichen und Zusammenarbeit
Christlich-jüdische Beziehungen in Österreich bauen auf Symbole und konkrete Initiativen
Papst Benedikt XVI. trifft bei seinem Besuch in Österreich Vertreterinnen und Vertreter der jüdischen Gemeinde an einem besonderen Ort: auf dem Judenplatz in Wien, einem Brennpunkt der Geschichte jüdischen Lebens. Er gibt Zeugnis von Verfolgungen, deren Ursache Hetze und Missgunst der Christenheit waren. Doch dort wird auch sichtbar, dass sich die Haltung der Kirchen gewandelt hat. Die Geschichte der christlich-jüdischen Beziehungen steht gerade in Wien mit der einstmals drittgrößten jüdischen Gemeinde weltweit beispielhaft für die theologische Entwicklung der Kirche.
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Ames, Richard
Jüdische Philosophen
Ibn Gabirol – Jehuda Halevi – Moses Maimonides
Bevor ich von den drei bedeutenden jüdischen Philosophen Gabirol, Halevi und Maimonides berichte, möchte ich ein wenig ausholen und den historischen Hintergrund umreißen. Es gibt verschieden lautende Erzählungen über die ersten Ansiedlungen von Juden auf der iberischen Halbinsel, also dem heutigen Spanien und Portugal. Einmal heißt es, dass sie mit den Phöniziern gekommen seien. Zum andern wird berichtet, bereits zur Zeit des babylonischen Exils – das 597 vor unserer Zeitrechnung begann – sollen sich einige Familien dort niedergelassen haben. Keine dieser Versionen ist historisch gesichert. Vielleicht ist es ein Sowohl-als-auch.
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