Praxis

Jüdisches Leben in Krems

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Eine Spurensuche jüdischen Lebens auf dem Friedhof
Mit Mag. Ingrid Oberndorfer als fachkundiger Referentin machte sich eine Gruppe von ReligionslehrerInnen und StudentInnen auf, um zuerst den letzten (erkennbaren) Friedhof in Krems zu besuchen. Zur Einführung erklärte uns die begeisterte Historikerin, dass jüdische Geschichte in Niederösterreich über 1000 Jahre alt ist und es immer wieder durch die Jahrhunderte ein auf und ab in den Beziehungen gegeben hat. Ein Fixpunkt der jüdischen Gemeinde sollte jeweils der Friedhof sein, der nach jüdischem Recht auf ewig bestehen muss. Dass auch hier politische Veränderungen dieses Recht immer wieder ignoriert haben, ist auch in Krems nachvollziehbar. Auf viele Details wurde während des Weges durch den Friedhof hingewiesen.
Ein Kunstwerk von Hans Kupelwieser schwebt als Metallband in der Länge von 48 Metern über dem Boden und fordert Respekt. Diese Schwelle markiert eine Grenze zwischen Erinnern und Vergessen und thematisiert damit Vertreibung und Ermordung der Kremser Juden.
Trotz eisiger Kälte sind im Anschluss noch einige KollegInnen zu einem abgekommenen Friedhof mitgefahren, der heute als Weingarten in Verwendung ist.
EINIGE FOTOS
 
Website von Ingrid Oberndorfer: http://ingrid-oberndorfer.com/
Jüdische Friedhöfe in Krems: http://judeninkrems.at/judische-friedhofe-in-krems/

Gedenkfahrt nach Dachau mit Opferangehörigen und Bischof Scheuer

Erinnerung an ersten Gefangenentransport aus Österreich - Historikerin Putz: Mehr als 1.000 Oberösterreicher im oberbayerischen KZ inhaftiert - Ökumenisches Gedenken auch
Am 12. März 2018 jährt sich der Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in Österreich zum 80. Mal. Bereits am Tag danach begannen die Nationalsozialisten, ihnen nicht genehme Personen zu verhaften; viele davon kamen bald darauf in das oberbayerische Konzentrationslager Dachau. Die jetzt dort bestehende Gedenkstätte ist auch Ziel einer von der Katholischen Aktion Oberösterreich und der Jägerstätter-Biographin Erna Putz organisierten Fahrt in Erinnerung an die dort inhaftierten Österreicher: An der Busfahrt und an der Gedenkfeier im ehemaligen KZ am 13. März 2018 nehmen neben Angehörigen von Opfern auch der Linzer Bischof Manfred Scheuer, der evangelische Superintendent Gerold Lehner und Altlandeshauptmann Josef Pühringer teil.mehr …

REGINA POLAK HIELT DIESJÄHRIGE KRISTER-STENDAHL-MEMORIAL-LECTURE

Pasted GraphicDiesen August hielt Associate Professor Mag.a phil. Dr.in theol. Regina Polak einen Vortrag als Krister-Stendahl-Memorial-Lecture. Dieser findet jeden Herbst statt, in Erinnerung an Krister Stendahl, Bischof von Stockholm 1984-1988 und ehemaliger Professor für Bibelwissenschaft sowie Dekan an der Harvard Divinity School in den Vereinigten Staaten. Er wird von der Svenska Kyrkan in Zusammenarbeit mit Paideia, dem Europäischen Institut für Jüdische Studien in Schweden, organisiert. Der Vortrag mit dem Titel "Migration: eine Chance für Metanoia" fand im Rahmen des Theologie-Tages der Migration statt. Regina Polaks These ist, dass Migration als Chance für "Metanoia" gesehen werden kann, das Wort, das das Neue Testament für "Umkehr" verwendet. mehr …

EINSTIMMUNG IN DEN „TAG DES JUDENTUMS“ IM GEDENKEN AN DEN TURNERTEMPEL

Bereits zum vierten Mal  hat die „Vernetzte Ökumene Wien West“ am 16. Jänner 2017 eine Einstimmung in den „Tag des Judentums“ auf  besondere Weise gestaltet, diesmal in Erinnerung an den Turnertempel  der ehemaligen Kultusgemeinde Sechshaus, im topografischen Dreieck mit der Vereinssynagoge „Storchenschul“ und dem jüdischen Gemeindehaus Herklotzgasse 21.mehr …

DER CHRISTLICH-JÜDISCHE DIALOG AUS SICHT DER JÜDISCHEN GEMEINDEN

Wien. Am Dienstag, 17. Mai 2016 fand die zweite Veranstaltung der Jubiläumsreihe „Bilanz und Aussicht – 60 Jahre Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit“ statt. Otto Friedrich (FURCHE) sprach mit Dr.in Charlotte Hermann (IKG Linz) und Mag. Raimund Fastenbauer (IKG Wien) über die Entwicklung und den derzeitigen Stand der christlich-jüdischen Beziehungen, wie sie innerhalb der jüdischen Gemeinden wahrgenommen werden.
DIALOG AUF AUGENHÖHE?
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GESETZ ODER EVANGELIUM

GESETZ ODER EVANGELIUM – EINE FOLGENREICHE POLARISIERUNG.
STUDIENTAGUNG DER EVANGELISCHEN PFARRGEMEINDE STOCKERAU UND DES KOORDINIERUNGSAUSSCHUSSES FÜR CHRISTLICH-JÜDISCHE ZUSAMMENARBEIT, UNTERSTÜTZT VOM RING ÖSTERREICHISCHER BILDUNGSWERKE UND DEM LAND NIEDERÖSTERREICH, 30. APRIL BIS 1. MAI 2017 [1]
 
Während der morgendlichen christlichen Sonntagsfeier am 30. 04. 2017 reflektierte Thomas Hennefeld, Superintendent der Evangelischen Kirche H.B., in seiner Predigt das Spannungsverhältnis von Gesetz und Evangelium. Es gibt Regeln aus gutem Grund, sie sind notwendig. In der christlichen Kirchen-Geschichte hätte es über viele Jahrhunderte hinweg die falsche Zuordnung von Gesetz = rächender Gott = Altes Testament und Evangelium = gnädiger Gott = Neues Testament gegeben (vgl. auch den Antijudaismus Martin Luthers). Doch immer wieder gab es auch Theologen, die sich dieser Sichtweise widersetzten. Einer von ihnen, Kurt Müller, hat 1944 in Stuttgart gepredigt, dass „das Heil von den Juden komme“ und das Licht Gottes hell genug für Juden und Christen sei. Die Tochter von Kurt Müller richtete während der Feier einige Worte über ihren Vater an die in Stockerau anwesende Gemeinde.
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Am Abend hielt dann die evangelische Theologin Barbara Rauchwarter einen Vortrag über Luthers Antijudaismus. Sie hob u.a. den biographischen Aspekt hervor, dass Luther das befreiende Erlebnis der Rechtfertigungslehre in seinem eigenen Leben immer mehr verlor. Auch sei seine Enttäuschung darüber, dass seine Erkenntnis der Gnadengerechtigkeit die Juden nicht veranlasste, sich zum Christentum zu bekehren, in Zorn und Hass umgeschlagen.
Pfarrer Christian Brost und Kurator Gert Lauermann wiesen in ihren Ansprachen auf die im Anschluss eröffnete Ausstellung „Luther und die Juden“ hin.
Die Vorträge am 1. Mai 2017 Montag eröffnete Oberrabbiner Arie Folger.mehr …

Improperien

Improperien – Gesang während der Kreuzverehrung
Am Karfreitag können die Improperien (improperium, lat.: Vorwurf, Beschimpfung) während der Kreuzverehrung gesungen werden. Geschichtlich unterstützten sie den Gottesmordvorwurf an die Juden. Im Umfeld der heutigen Liturgie dienen sie der Besinnung und Buße der Gemeinde. Kann man einen belasteten Text – wenn auch unter anderen Vorzeichen – heute fraglos weiter verwenden?mehr …

„EINE FAST UNMÖGLICHE FREUNDSCHAFT“ – REISE INS HEILIGE LAND

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In Jerusalem richten sich erstaunte Augen auf sie: Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister, Imam Ramazan Demir und Pfarrer, sowie Vorstandsmitglied im Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit Ferenc Simon haben gemeinsam mit Studierenden das Heilige Land besucht und wurden dabei von einem Fernsehteam der ORF-Sendung „Kreuz und Quer“ begleitet.
Die Dokumentation schildert die berührende Geschichte dreier Seelsorger und junger Menschen unterschiedlicher Religion, die gemeinsam die bedeutendsten jüdischen, islamischen und christlichen Stätten besuchen und so ihre Freundschaft stärken. Was sie erleben, erstaunt und versetzt in neue Gedanken. Bestehende Überzeugungen werden in Frage gestellt und ein Bild von der Sicht des jeweils anderen vermittelt. Sie wollen konkrete Zeichen setzen; Vorurteile durch Zuhören und Verstehen entkräften. So wird ein intensiver, lebendiger Dialog auf dieser Reise geführt: über Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihrer Religionen, Politik, Privates, über Gott und die Welt. Sie diskutieren über Antisemitismus und Islamfeindlichkeit, stellen einander Fragen und müssen sich von vielen Menschen auf dieser Reise Fragen stellen lassen. Was bedeutet Religion in ihrem Leben? Was müssen sie voneinander wissen? Die Reise ins Heilige Land, zwischen religiösen Heiligtümern und politischen Konflikten, lässt sich als Denkanstoß betrachten, als eine mutige Aktion für einen respektvollen Umgang miteinander.

LIKRAT - EIN ERLEBNISBERICHT AUS DEM RELIGIONSUNTERRICHT

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Bericht des evangelischen Religionslehrers Jörg Kreil
23.05.2016
Am Freitag, den 13.5.2016 durften wir Imanuel (18) und Sarah (16) im Rahmen des Projekts „Likrat“ bei uns im Religionsunterricht der 4. Klasse begrüßen. Anlässlich dieses Projekts haben meine katholischen Kollegen und ich beschlossen, diese Stunde gemeinsam zu halten.
Unsere Gäste begannen die Stunde, indem sie sich vorgestellt haben und anschließend gaben sie eine Kippa durch. Während diese die Runde machte, sollten sich die SuS mit ihrem Namen, Alter und ihrem Bezug zum Judentum vorstellen.

Nachdem diese Runde beendet war, sprachen Imanuel und Sarah über Bestandteile des Judentums, wie beispielsweise den Sabbat. Damit wurde die zweite Phase der Stunde eingeleitet: Die Möglichkeit für die SuS Fragen zu stellen, sowohl zum Judentum als auch den persönlichen Bezügen der beiden. Anfänglich kamen die Fragen zögerlich, doch gerade nachdem Sarah von ihrer jüdischen Schule erzählte, steigerte sich die Frequenz der Fragen deutlich. Speziell jene zu den Unterschieden zur „regulären“ Schule, waren die SuS interessiert, weswegen das Thema der jüdischen Schule fast die Hälfte dieser Phase einnahm. Für mich war es besonders schön, dass das Gespräch zu keinem Zeitpunkt zum Stillstand kam, sondern dass jeder Antwort unserer Gäste, sofort eine weitere Frage  folgte. Auch nachdem sich die Fragen wieder stärker auf das Judentum und seine Gebräuche konzentrierten lag der Fokus dabei auf dem Bezug unserer Gäste zu diesen.
Diese Phase und gleichzeitig auch die Stunde endete erst durch das Läuten der Schulglocke. Meine Kollegen und ich sind uns darin einig, dass dieses Projekt eine großartige Möglichkeit für SuS darstellt, das Judentum auf Augenhöhe kennen zu lernen. Die Begegnung mit (in etwa) Gleichaltrigen eröffnet eine völlig andere Annäherung, die wir den SuS als Lehrer in dieser Art sonst nicht bieten könnten.
In der darauffolgenden Stunde habe ich auch meine SuS um ihr Fazit zu dieser Stunde gebeten und sie waren durchweg sehr begeistert und erstaunt über die Dinge, die sie im Rahmen ihrer Befragungen erfahren konnten.

„LEBEN IM GEMEINSAMEN HAUS“ – ABEND DER INTERRELIGIÖSEN UND INTERKULTURELLEN BEGEGNUNG


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Wien. Am Abend des 11. Mai 2016 lud das Institut Fortbildung Religion der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule (KPH) Wien/Krems zur Auseinandersetzung mit den Themen Schöpfung, Ökologie und Nachhaltigkeit aus christlicher, islamischer und buddhistischer Sicht ein. Im Rahmen der Reihe „Treffpunkt.Religionen“ fand ein Abend der interreligiösen und interkulturellen Begegnung mit Impulsgedanken, Tanz und musikalischen Highlights im Haus der Musik Wien statt.
Unter dem Motto „Leben im gemeinsamen Haus“ sprachen Dr. Magdalena Holztrattner (Katholische Sozialakademie), Dr. Fatima Kowanda-Yassin (Islamische Religionspädagogische Akademie) und Bhante Dr. Seelawansa (Dhamma Zentrum Wien) zum Thema „Schöpfung – Ökologie – Nachhaltigkeit“. Für den musikalischen Rahmen sorgten Kaveri Sageder, Rina Chandra und Haider Khan mit Kathak Tanz und klassischer indischer religiöser Musik sowie Timna Brauer und Elias Meiri mit „Songs from Jerusalem – aus dem Schatz jüdischer Musiktradition“.
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„Menschliches Leben begegnet uns immer deutlicher in seiner ethnischen, kulturellen und religiösen Vielfalt und Entwicklung“, sagt Mag. Heinz Ivkovits, Leiter des Instituts Fortbildung Religion der KPH Wien/Krems und Veranstalter des Abends. „Wir müssen lernen, besser miteinander in dieser Vielfalt zu leben und den Dialog über Unterschiede hinweg zu fördern.“ Das Institut Fortbildung Religion ist Teil der KPH Wien/Krems, die für ein einzigartiges interreligiöses, interkulturelles und interkonfessionelles Lernen in Europa steht. Das Institut selber verfolgt das Ziel, durch vielfältige Veranstaltungen den Blick für das Verbindende zu schärfen und konkrete Begegnungen zu ermöglichen. „Gerade in Wien ist eine kulturelle und religiöse Vielfalt erlebbar. Wir möchten beitragen, Ängste und Vorurteile im Umgang miteinander abzubauen und Räume für einen Dialog zu schaffen“, betont Ivkovits.

„KINDER AUF DER FLUCHT – DAMALS UND HEUTE“ - GEDENKFEIER DES AKADEMISCHEN GYMNASIUMS WIEN

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Wien. Das Akademische Gymnasium Wien gedachte am Donnerstag, dem 28. April 2016, zum neunzehnten Mal der „umgeschulten“ jüdischen Schüler und entlassenen Lehrer. Am 28. April 1938 mussten drei Lehrer und 175 der insgesamt 406 Schüler die Schule verlassen. Für viele war diese Vertreibung der erste Schritt in die Vernichtung.
"Kinder auf der Flucht – damals und heute" war das Thema der diesjährigen Gedenkfeier. Drei Klassen (4a, 4b, 4c ) haben sich mit der Thematik Flucht, der Entwurzelung junger Menschen, dem Verlust und der Suche von Heimat auseinandergesetzt.mehr …

„NICHTS IST SO AUFKLÄRUNGSRESISTENT WIE EINE IDENTITÄT“ - ISOLDE CHARIM UND DORON RABINOVICI SPRACHEN IN DER BIBLIOTHEK DES KOORDINIERUNGSAUSSCHUSSES ÜBER „OTHERING“ ZWISCHEN CHRIST_INNEN UND JUDEN_JÜDINNEN.

Wien. Am 16. März 2016 fand in den Räumlichkeiten des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit der Auftakt zu dessen 60-Jahr-Jubiläum statt. Im Rahmen der Vortrags- und Diskussionsreihe „Christen und Juden im Gespräch – Bilanz und Aussicht“ sprachen die Philosophin Isolde Charim und der Schriftsteller Doron Rabinovici zum Thema „Plötzlich fremd – ‚Othering‘ zwischen Christ_innen und Juden_Jüdinnen“.
Die an die Impulsvorträge anschließende Diskussion wurde moderiert von Oliver Achilles, dem wissenschaftlich-pädagogischen Assistent für Altes Testament der Theologischen Kurse.
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GEDENKSTUNDE IN HIETZING

Wien. Seit drei Jahren begehen die in der Ökumene-Arbeit vernetzten Wiener Dekanate 13-19 den „Tag des Judentums" auf besondere Weise: Sie wollen sich an diesem Tag bei der Besinnung der gemeinsamen Wurzel von Christentum und Judentum auch jüdische Menschen beziehen: nicht nur über sie sprechen, sondern mit ihnen eine gemeinsame Begegnung und Besinnung gestalten, Beziehung und Vertrauen aufbauen. Diese Begegnungen finden jeweils am Ort einer ehemaligen Wiener Synagoge statt, wo auch das Schuldbekenntnis von Christen gegenüber Juden angesichts der Zerstörungen von 1938 viel sinnenfälliger ist.
Nach den Gedenk- und Bedenkveranstaltungen 2014 und 2015 bei der Währinger und Döblinger Synagoge wurde am 18. Jänner 2016 zur Erinnerung an die ehemalige Hietzinger Synagoge ins „Hietzinger Rathaus" eingeladen. Die Gestaltung des Programms hatte Kristin Hübner vom Ökumenekreis Wien 13 zusammen mit der Volkshochschule Hietzing, dem Don Bosco-Haus und mit Unterstützung der Bezirksvorstehung übernommen. Trotz eisiger Kälte waren ca. 100 Personen in den Festsaal des „Hietzinger Rathauses" gekommen.mehr …

LIKRAT ("IN BEGEGNUNG") - JÜDISCHE JUGENDLICHE IM DIALOG IM SCHULUNTERRICHT

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Likrat (Hebräisch für „Aufeinander zugehen“) möchte SchülerInnen einen umfangreichen Einblick rund um das Thema Judentum vermitteln. Jüdische Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren besuchen Schulen und andere Gruppen von Gleichaltrigen. Sie stellen das Judentum authentisch in seinem Facettenreichtum vor. Die Jugendkomission der IKG hat das schweizer/deutsche Erfolgsprojekt auch nach Wien geholt.
DAS BESONDERE LIEGT IM DETAILmehr …

GEDENKTAFEL FÜR SOPHIE HABER

Wien. Am 16. November 2015 wurde eine Gedenktafel für Sophie „Susi" Haber an der Paul-Grüninger-Schule in Floridsdorf feierlich enthüllt.
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SCHÄTZE ZWISCHEN ZWEI BUCHDECKELN

Wien. Am 28. Oktober lud der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit zu seinem ersten Bibliotheksfest. Die Besucherinnen und Besucher erhielten einen Einblick in Besonderheiten der 6.000 Werke umfassenden Sammlung.
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BESUCH BEI ARIK BRAUER

Wien. Im Rahmen der ökumenischen Vernetzung der Dekanate 13 bis 19 und zum Gedenken an den Novemberpogrom 1938, organisierte Elisabeth Lutter am 9. November einen Besuch bei Arik Brauer unter dem Titel „Arik Brauers neue Haggada".
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SHALOM! MUSIC BETWEEN FRIENDS DIE DRITTE

Wien. Ein bewegender Abend voll von Emotionen wurde das dritte musikalische Freundschaftstreffen der Promi-Band „Shalom! Music Between Friends" im ausverkauften Wiener Volkstheater am 18. Juni.
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Schon beim ersten Lied des Wiener Jüdischen Chors unter der Leitung von Roman Grinberg konnte das Publikum nicht anders als mitzuklatschen. Volkstheater-Direktor Michael Schottenberg hieß in seinem Haus jede und jeden willkommen, egal, welches religiöse Bekenntnis jemand habe. „Nur jene, die hetzen und Zwietracht säen, sind hier unerwünscht." An diesem Abend stehe kein Songcontest auf dem Programm, an dem nur einer gewinnen könne: „Heute gewinnen alle, heute gehen alle gemeinsam durchs Ziel. Dieser Abend widerspricht allen, die meinen, Religion und ein religiöser Hintergrund taugten nur für Zwietracht und nicht für Versöhnung und Freundschaft", so Schottenberg.
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EIN ABEND VOLL ELAN UND HUMOR

Wien. Im kleinen Rahmen unserer Bibliothek las die unvergleichliche Topsy Küppers am 20. Oktober aus ihrer Biografie von Wolf Messing und erzählte über ihren persönlichen Prozess der Begegnung mit dieser faszinierenden Person. Die direkte Begegnung im familiären Ambiente des Ortes mit dieser außergewöhnlichen Künstlerin war für die Besucherinnen und Besucher ein besonderes Erlebnis.
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Wolf Messing: Geboren 1899 im polnischen Städtchen Gora Kalvaria, aufgewachsen in armen Verhältnissen in Wien, bestimmt zum Rabbiner. Doch früh zeigt sich seine außergewöhnliche Begabung: Er sieht, was andere nicht sehen, er kann die Gedanken anderer Menschen lesen und einen Blick in ihre Zukunft tun – kurz, er besitzt erstaunliche parapsychologische Kräfte. Er sah beide Weltkriege voraus, er führte Experimente zusammen mit Sigmund Freud durch, er warnte Josef Stalin vor der Tragödie in Stalingrad: Wolf Messing, eine der faszinierendsten Gestalten aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
„Die Erzählweise hat Elan, ist humorvoll und zärtlich, fasziniert durch die Art zu schildern. Und Frau Küppers las mit Charme, mit Witz, mit Spannung. Und machte Lust darauf, das Buch so schnell wie möglich zu verschlingen." Treffend schrieb das die Wiener Zeitung über einen ihrer Auftritte. Beglückt gingen alle nach Hause und dankbar für das Erlebnis, der Ausstrahlung einer überragenden Künstlerin so hautnah zu begegnen.
Das Bild zeigt Topsy Küppers mit Koordinierungsausschuss-Geschäftsführer Markus Himmelbauer und Bibliothekarin Dietlind Pichler

Johannespassion: Ein Spiel mit dem Feuer

Gedanken zur Aufführung der der Johannespassion von Johann Sebastian Bach am 29. März 2014 in der Lutherischen Stadtkirche Wien

Von Markus Himmelbauer
Es ist befremdlich, dass der Kreuzestod Jesu, der uns Christinnen und Christen Heil und Erlösung bedeutet, anderen vielfach Verfolgung und Tod durch uns Christen gebracht hat: dem jüdischen Volk.
Peter von der Osten-Sacken nennt die Aufführung von Bachs Johannespassion „ein Spiel mit dem Feuer". Die Passionserzählungen, insbesondere die Johannespassion, seien eine „antijüdische Waffe". Große Aufregung gab es jüngst, weil eine Lehrerin das Wort „Neger" verwendet hat – neutral als Lautfolge in einer Legasthenieübung. Im Vergleich zur hoch emotionalen Polemik gegen Juden und ihren Glauben nun hier war das harmlos. Und hier geschieht es noch mit der Autorität eines heiligen Texts.
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LUTHER UND DIE JUDEN

Graz. In der evangelischen Gemeinde Graz-Heilandskirche war im Mai und Juni 2014 die Ausstellung „'Drum immer weg mit ihnen.' Martin Luthers Sündenfall gegenüber den Juden" zu sehen. Professor Frank Crüsemann sprach bei der Eröffnung zu  „500 Jahre Reformation – Luther, die Juden und wir".
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HLW TULLN: STADTSPAZIERGANG JÜDISCHES WIEN

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Wien. 25 Schülerinnen der HLW Tulln machten am 12. Mai eine Exursion ins jüdische Wien. Die Gruppe wurde im katholischen Religionsunterricht vorbereitet und begleitet von Professorin Martha Vogl.

ABENDGEBET IN DER WERTHEIMER-SYNAGOGE

Eisenstadt. Im Rahmen der Langen Nacht der Kirchen am 23. Mai besuchten Mitglieder der jüdischen Gemeinde Ödenburg/ Sopron das Österreichische Jüdische Museum und hielten dort das Abendgebet am Schabbat. Die katholische Gemeinde Eisenstadt-Oberberg setzte in der Langen Nacht der Kirchen einen Schwerpunkt in der Begegnung mit dem Judentum.
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Willy Weisz EIN SICH SELBST RELATIVIERENDES URTEIL

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Das unfassbare Urteil des Kölner Landgerichts, das die Beschneidung von Buben aus religiösen Gründen zur strafbaren Handlung erklärt, ist ein Schlag ins Gesicht der mühsam errungenen Religionsfreiheit, die heute ein Standbein des Demokratieverständnisses in Europa darstellt. Weit weniger kommentiert wird dabei der Versuch, die Eltern als Erzieher ihrer Kinder zu entmündigen und dem Staat das Vorrecht einzuräumen, den Familien weltanschauliche Werte aufzuoktroyieren.mehr …

WIE LUSTIG DARF DER GLAUBEN SEIN?

Dass man im Glauben „Freude" findet, ist allgemein anerkannt. Aber darf Glauben auch „lustig" sein? Oberrabbiner Chaim Eisenberg ist bekannt dafür, tiefe Glaubenswahrheiten mit einer Portion Humor zu verkünden. Im Gespräch traf er den katholischen Religionspädagogen Martin Jäggle. Ein Beitrag aus ypsilon, der Mitgliederzeitschrift der Katholischen Männerbewegung in Österreich.
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ROSÉ - KOMPONIEREND GEDENKEN

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Von Gerhard Krammer
Alma Rosé (3.11.1906 – 4.4.1944) stammte aus einer Wiener Musikerfamilie. Ihr Onkel war der Komponist, Dirigent und Direktor der Wiener Hofoper, Gustav Mahler, der Vater war der Geiger Arnold Rosé, Konzertmeister bei den Philharmonikern und Primas des nach ihm benannten Streichquartettes.
In den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts trat Alma Rosé mit dem Quartett ihres Vaters auf. Im Zuge dieses Musizierens entstand die einzige erhaltene Tonaufnahme der jungen Alma – nämlich das Bach Doppelkonzert für zwei Violinen in d-moll BWV 1043 (Aufnahme: 1928, herausgegeben bei Czech HMV ES663/65, Matritze CA 43/47) Dieses Doppelkonzert gibt es auch in einer Version für zwei Cembali, die Bach selber verfasst hat (BWV 1060)
Alma Rosé war Jüdin. Dieser Umstand allein hat vor 70 Jahren gereicht um Menschen zu diskriminieren, ihnen ihre Existenz zu vernichten, sie zu ermorden. Sie wurde 1943 in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Dort leitete sie bis zu ihrem Tod am 4. April 1944 die Lagerkapelle, das so genannte „Frauenorchester von Auschwitz“. Darüber gibt es einiges an aufgearbeitetem Material und einiges an Legenden.mehr …

LEAVING HOME ALONE

Vienna. It's one thing to read about history but quite another to hear it related by those who played an active part in its making. Such an opportunity was given to the congregation of Christ Church and visitors on the evening of Thursday, 7 November. The event at Christ Church—the commemoration of the evacuation of Jewish children in 1938 from Austria to safe countries—was part of a programme organized under the auspices of the Coordinating Committee for Christian-Jewish Cooperation in Austria to mark the 75th anniversary of the pogram in Austria, with particular focus on Kristallnacht (the Night of the Broken Glass).mehr …

EIN TREFFEN VON JÜDISCHER UND CHRISTLICHER BAROCKMUSIK

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Szombathely. Über Vermittlung des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit gaben Studentinnen und Studenten und Lehrkräfte des Joseph Haydn-Konservatoriums Eisenstadt am 17. November 2013 ein Konzert in der Synagoge von Steinamanger

BEWEGENDE ERINNERUNGEN AN EINE SCHRECKLICHE ZEIT

Wien. Am 5. November fand im Saal der Pfarre St. Johannes Nepomuk in der Wiener Leopoldstadt ein Abend zum Gedenken an das Novemberpogrom von 1938 statt. Zeitzeuginnen und ein Zeitzeuge erinnerten sich, wie sie als Kinder jüdischer Herkunft in den Pfarren St. Johannes Nepomuk und St. Leopold freundlich aufgenommen wurden und ihre Familien vielfältige Hilfsangebote erhalten hatten.
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GENESIS - BERESCHIT: DRITTE MITTELEUROPÄISCHE CHRISTLICH-JÜDISCHE BIBELWOCHE

Köszeg/ Güns. 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Ungarn, Serbien, der Slowakei und Österreich studierten vom 14. bis 17. Juli das erste Buch der Tora aus dem Geist des christlich-jüdischen Dialogs.
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Während der Antisemitismus in Ungarn immer wieder neu für Schlagzeilen sorgt, trafen einander Christinnen und Christen aus dem Donauraum in diesem Sommer schon zum dritten Mal, um unter jüdischer Anleitung die Tora zu studieren. Mit der mitteleuropäischen christlich-jüdischen Bibelwoche im ungarischen Köszeg/ Güns hat der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit eine neue Tradition begründet: Christinnen und Christen unterschiedlicher konfessioneller Herkunft beschäftigen sich mit den jüdischen Quellen ihrer religiösen Identität. So sollen Missverständnisse und negative Bewertungen des Judentums und seiner Fundamente überwunden werden.
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ZWISCHEN WIEN UND BUDAPEST

Wien. Zwei hochrangige Fachleute stellten am 21. Mai im Collegium Hungaricum Wien jüdische Familien-Geschichte(n) zwischen Wien und Budapest vor. Katalin Fenyves und Georg Gaugusch waren sich darin einig, dass das jüdische Bürgertum im 19. Jahrhundert eine neue gesellschaftliche Entwicklung darstellte, für die es bis dorthin noch kein Vorbild gegeben hatte. Der Autor, Literaturkritiker und Ungarn-Kenner Cornelius Hell moderierte den Abend.
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GIONAL UND MULTINATIONAL
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BEGEGNUNGEN

Wien. Am 28. Mai bot der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit zum zweiten Mal eine Führung für Journalistinnen und Journalisten an. Wir besuchten Orte jüdischen Lebens in Wien-Leopoldstadt, wo man sich aus erster Hand informieren konnte.
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Zunächst stand eine Begegnung mit der Bucharischen Gemeinde auf dem Programm. Präsident Josef Sarikov und Rabbiner Rabbiner Aminov empfingen gastlich die Gruppe und berichteten vom vielfältigen Leben dieser selbstbewussten Gemeinde. Im psychosozialen Zentrum Esra stellte GF Peter Schwarz die Tätigkeitsbereiche dieser Beratungseinrichtung vor. Zuletzt sprach Ass.Prof. Dr. Wolfgang Wieshaider über "Die jüdische Gemeinde im österreichischen staatlichen Recht" und bot einen sachkundigen und geistreichen Ein- und Überblick über österreichisches Religionsrecht.
Natürlich kam dazwischen auch der gemütliche Teil an diesem Sommerabend nicht zu kurz. Koordinierungsausschuss-Präsident Martin Jäggle und Vizepräsident Willy Weisz standen für vertiefende Gespräche zur Verfügung. Erst nach über vier kurzweiligen und äußerst anregenden Stunden löste sich die Runde auf.
Markus Himmelbauer

GEDENKEN AN DEN EINSATZ DER BULGARISCH-ORTHODOXEN KIRCHE FÜR DIE JUDEN WÄHREND DER SCHOA

Wien. Festakt im Wiener Bulgarischen Kulturinstitut aus Anlass des 70. Jahrestages der Rettung der bulgarischen Juden vor der Deportation 1943.  – Haltung der orthodoxen Kirche war „ausschlaggebend"
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BEGEGNUNG IN DER SYNAGOGE

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Linz. Einmal im Jahr laden das Forum St. Severin und die Israelitische Kultusgemeinde gemeinsam zur Begegnung in die Synagoge ein – und das bereits seit 28 Jahren. "Typisch jüdisch - typisch christlich" – diesem Thema widmeten sich Oberrabbiner Chaim Eisenberg und Christian Öhler, Geistlicher Assistent der Katholischen Aktion und Pfarrer von Bad Ischl, am 18. April 2013.

DAS JUDENTUM IN DER CHRISTLICHEN BILDWELT

Graz. Vom 29. April bis zum 1. Mai 2012 fand im Bildungshaus Graz-Mariatrost eine Tagung des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit statt, die in Kooperation mit dem Christlich-jüdischen Komitee Graz, dem Centrum für Jüdische Studien und der Theologischen Fakultät Graz realisiert werden konnte. Das Tagungsthema war erstmals in Österreich der Kombination von Kunst und Judentum gewidmet und lautete „Das Judentum in der christlichen Bildwelt“. Graz bot sich als
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15 JAHRE ZUSAMMENARBEIT

Wien. Seit Herbst 1996 sind Brigitte Ungar-Klein als Leiterin des Jüdischen Instituts für Erwachsenenbildung und Markus Himmelbauer als Geschäftsführer des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit im Dienst. In dieser Zeit hat sich eine solide Zusammenarbeit zwischen beiden Institutionen entwickelt.
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Am 20. Februar 2012 wurde das Jubiläum gemeinsam mit den Ehepartnern im Restaurant Simchas gefeiert. Prof. Kurt Rosenkranz und Prof. Martin Jäggle als Vorsitzende der beteiligten Institutionen dankten für das berufliche Engagement von Ungar-Klein und Himmelbauer. Der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit organisiert jedes Semester einen Vortrag, Exkursionen oder eine Vortragsreihe am Jüdischen Institut für Erwachsenenbildung. Die Reihe "Kirchen und Judentum" war schon zuvor von Rudolf Kalab als Initiative der ACUS - Arbeitsgemeinschaft Christentum und Sozialdemokratie - gegründet worden. Sie führen damit eine Tradition von Vorträgen in Wien über das Judentum fort, die so bedeutende Namen kennt wie Hans Kosmala ab 1936 in der Schwedischen Mission in der Seegasse oder Kurt Schubert und Hedwig Wahle, Ulrich Trinks und Norbert Höslinger in den 1960er bis 1980er Jahren.
Dass der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit als Institution in dieser Form so lange Bestand hat, war nicht immer abzusehen. Auch wenn sich zwischen zwei Einrichtungen von ihrem Profil her strukturell immer wieder Kooperationsmöglichkeiten ergeben, so werden diese besonders fruchtbar, wenn auch die Chemie zwischen den Beteiligten stimmt.
Als Gratulanten stellten sich Oberrabbiner Chaim Eisenberg und Pastor Helmut Nausner ebenfalls ein. Der Linzer em. Diözesanbischof Maximilian Aichern war aus gesundheitlichen Gründen leider verhindert.

WAS DURCH LEBEN TRÄGT


Wien. Der Wert einer Gesellschaft wird einmal daran gemessen werden, wie sie ihre Alten behandelt hat. Ausgehend von diesem Satz Albert Einsteins fand am 17.11.2011 ein gemeinsames Schulprojekt dreier Gymnasien statt. 30 Schülerinnen und Schüler des Akademischen Gymnasiums (AKG), des Zwi Perez Chajes (ZPC) Gymnasiums  und des Evangelischen Gymnasiums trafen einander, um ältere Menschen mit jüdischem und christlichem Hintergrund zu befragen, welche Symbole, Werte und Erinnerungen sie durchs Leben getragen haben.
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LANGE NACHT DER WURZELSUCHE

Wien. Die Suche begann bereits auf der Website, was bei der Langen Nacht der Kirchen zum Themenkreis „Israel, Jüdisches, Hebräisch“ in Wien angeboten wird. Das Ergebnis war für eine einzelne Person zu umfassend, um alles binnen weniger Stunden zu besichtigen. Aber im Rahmen des Gesamtangebots der rund 2600 Veranstaltungen österreichweit verhältnismäßig klein.mehr …

DAS JUDENTUM IM RELIGIONSUNTERRICHT

Wien. „Die Zwölf Thesen von Berlin“, aktuelle Meilensteine des christlich-jüdischen Dialogs, waren das Thema einer Tagung, zu der der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit und der Internationale Rat der Christen und Juden ICCJ von 23. bis 25. Oktober 2011 nach Wien geladen hatten.
 
Etwa 20 Personen repräsentierten dort Dialoginitiativen und wissenschaftliche Einrichtungen aus dem mitteleuropäischen Raum; Vertreterinnen und Vertreter aus der Tschechischen Republik, aus Polen, aus der Slowakei, aus Ungarn, Rumänien, Kroatien und Österreich waren anwesend.
 
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Höslinger, Norbert W. DIE PRAXIS DES CHRISTLICH-JÜDISCHEN DIALOGS

Zu Beginn drei Begebenheiten:
1 Eine Dame schlägt vor, im Bildungswerk über Judentum ein Referat halten zu lassen. Die Reaktion des Pfarrers: „Wie kommen Sie auf eine solche Idee?“
2 Nach einem Vortrag über christlich-jüdische Beziehung meldet sich ein Teilnehmer sofort zu Wort mit der Feststellung: „Einen Antisemitismus gibt es heute überhaupt nicht mehr.“ Darauf hin frage ich ihn: „Sind sie der Meinung, dass im Fernsehen sehr viele Juden beschäftigt sind?“ Er antwortet spontan: „Ja, viel zu viel!“
3 In der Slowakei hörte ich den Ausspruch: „Gut, dass wir von den Tschechen weg sind, in Prag regieren ja nur mehr Juden und Freimaurer…“
Auch bei uns kann man bei älteren Zeitgenossen ähnliche Äußerungen hören, so etwa: Die Juden haben das Geld der ganzen Welt in der Hand, sie bilden eine weltweite, unvergleichbare Lobby (Rückgabe!), sie benützen die Schoa für ihre Interessen. Manche äußern sich vorsichtig und sprechen von „gewissen Kreisen“ wenn sie „die Juden“ meinen.
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Himmelbauer, Markus 21 JAHRE OR CHADASCH EINE WÜRDIGUNG DER WIENER JÜDISCHEN REFORMGEMEINDE

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Für uns Christinnen und Christinnen gilt das Judentum als positives Beispiel gelebter Vielfalt. Es ist eine Glaubensgemeinschaft, in der Diskussion zum innersten Wesen gehört, in der es ohne formelles religiöses Oberhaupt dennoch eine Einheit in aller Unterschiedlichkeit gibt. Manche meinten sogar, es wäre das Besondere am Judentum, dass man einander das Jude-Sein trotz aller Gegensätze nicht abspreche – im Unterschied zu uns Christinnen und Christen. Nun, wer das Werden der Wiener Reformgemeinde Or Chadasch (Neues Licht) in Wien seit 1990 mitverfolgt hat, wird das wohl nicht mehr so einfach sagen können. Christlich wie jüdisch menschelt es und bisweilen fällt einem die Begegnung mit Gläubigen anderer Bekenntnisse anscheinend leichter als mit einer anderen Richtung innerhalb der eigenen Gemeinschaft, ja schwieriger gar der Dialog religiöser Jüdinnen und Juden untereinander als mit säkularen.mehr …

Weissman, Deborah INTERRELIGIÖSER DIALOG – EINE PERSPEKTIVE AUS ISRAEL

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Lassen Sie mich mit einer persönlichen Geschichte beginnen: 1993. Von dem Augenblick, in dem im Radio verlautbart wurde, dass Israel geheime Gespräche mit der PLO führt, bis zu dem berühmten Handschlag zwischen Rabin und Arafat auf dem Rasen des Weißen Hauses verstrichen gerade zwei Wochen.
Zu dieser Zeit führte ich ein Gespräch mit einem Kollegen, der Professor für Politikwissenschaft an der Hebräischen Universität in Jerusalem ist. Ich sagte zu ihm: „Sie wissen, dass ich auf diesen Moment seit Jahrzehnten gehofft, für ihn gebetet und auf ihn hingearbeitet habe. Aber nur 15 Tage von Erzfeindschaft zu Handschlag und einer unterzeichneten Verlautbarung im Weißen Haus? Ist das nicht ein bisschen schnell? Brauchen die Menschen auf beiden Seiten nicht Zeit, um ihre Ängste zu überwinden, um ihre Vorurteile abzubauen und um einander als menschliche Wesen kennenzulernen? Wäre es nicht besser gewesen, den Menschen zu sagen, dass wir uns in einem Prozess befinden und dann mit ihnen diesen Prozess zu durchleben – indem Palästinenser eingeladen würden, in israelische Medien, Schulen, Synagogen und Gemeindezentren zu sprechen und Israelis in palästinensischen Medien, Schulen, Kirchen und Moscheen auftreten könnten. Wäre es nicht besser gewesen, es hätte Gespräche gegeben, und dann, nach einigen Monaten, hätten sich die Führer treffen und Hände schütteln können?“mehr …

GEMEINSAM LICHT GESUCHT UND GEFUNDEN Beobachtungen und Themen des christlich-jüdischen Dialogs

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Vor einem Jahr besuchte Papst Benedikt XVI. zum „Tag des Judentums“ die Synagoge in Rom. Das war ein wichtiges symbolisches Zeichen. Der Pontifex zitierte wie zu erwarten seinen Vorgänger, aber auch den Heiligen Paulus: „Das jüdische Volk besitzt ‚die Sohnschaft, die Herrlichkeit, die Bundesordnungen, ihm ist das Gesetz gegeben, der Gottesdienst und die Verheißungen, sie haben die Väter, und dem Fleisch nach entstammt ihnen der Christus’ (Röm 9,4–5), denn ‚unwiderruflich sind Gnade und Berufung, die Gott gewährt’ (Röm 11,29)“.
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LESUNG BEI DER WELTGEBETSWOCHE FÜR DIE EINHEIT DER CHRISTEN 2009

Ökumenischer Rat der Kirchen in Österreich
Herrn Bischof
Mag. Herwig Sturm
Severin Schreiber-Gasse 3
1180 Wien

28. Jänner 2009

Gottesdienstvorschlag Weltgebetswoche

Lieber Herr Bischof Sturm,
im Namen des Vorstands des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit übermittle ich Ihnen unsere Anmerkungen zur Auswahl des Predigtextes für die heurige Weltgebetswoche für die Einheit der Kirchen. Ich bitte Sie, unseren Brief an die Verantwortlichen beim Weltkirchenrat weiterzuleiten.
Die Eingrenzung des Lesungstexts aus dem Buch Ezechiel (Ez 37, 15-19, 22-24a) erfolgt nach einem traditionellen kirchlichen Muster, also ob es Jahrzehnte des christlich-jüdischen Dialogs nie gegeben hätte. Einzelne Verse der Perikope wurden so gewählt, dass eine rein christlich-kirchliche Interpretation möglich wird: Ein allgemeiner Text zum Thema Einheit und der „Knecht Davids“ kann geradewegs mit Jesus Christus als „einziger Hirte“ der Kirche identifiziert werden.mehr …

CHRISTEN ALS BRÜCKENBAUER

„Meine Solidarität ist realistischer geworden“, meint der niederländische Theologe SIMON SCHOON zur jüdischen Dialogexpertin RACELLE WEIMAN. Ein Gespräch der Wochenzeitung DIE FURCHE über die Lage in Israel und den christlich-jüdischen Dialog.

DIE FURCHE: Die Gewalt im Nahen Osten nimmt kein Ende. Beeinflusst dies den christlich-jüdischen Dialog?
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SIMON SCHOON: Natürlich tut sie das, wir leben ja nicht außerhalb der Welt. Es ist nicht das Einzige, was den Dialog bestimmt, aber es ein wichtiger Kontext, in dem wir einander treffen und einander austauschen. Würden wir ihn ausklammern, wäre der Dialog irrelevant.
DIE FURCHE: Ist es für diesen Dialog wichtig, dass Christen mit den Juden in Israel solidarisch sind?
SCHOON: Es gibt unterschiedliche Arten des Dialogs. Wenn Nachbarn einander treffen, ist das etwas Anderes wie ein Kreis von Freunden;ich gehöre seit 25 Jahren zu einer Dialog-Gruppe in Amsterdam: Wenn man einander nahe ist, kann man über fast alles reden. Im institutionellen Dialog ist die Atmosphäre anders. Aber natürlich muss man alles aussprechen. Christen, Kirchen müssen Solidarität in dem Sinn zeigen, dass sie für das Recht auf einen jüdischen Staat stehen.Wenn sie ihre Solidarität bewiesen haben, dann haben sie natürlich die Möglichkeit, auch zu kritisieren. Das ist unter Freunden normal.

DIE FURCHE: Merken Sie diese Solidarität der Christen mit Israel?
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Werneck, Roland KIRCHEN UND ANTISEMITISMUS

1) Begriff mit tragischer Geschichte
Zunächst zur Definition:
Antisemitismus ist der Oberbegriff für jede Herabsetzung von Juden und Judentum – jede Denkweise oder jedes Verhalten der Verachtung, Feindseligkeit und Hass gegenüber jüdischen Menschen, weil sie Juden sind.
Antijudaismus werden judenfeindliche Einstellungen mit religiös motivierter Abwertung genannt.
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Kathpress CHRISTEN UND JUDEN Interview mit Prälat Johannes Oesterreicher aus dem Jahr 1988

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Vor hundert Jahren, am 2. Februar 1904, wurde Johannes Österreicher in Stadt Liebau in Mähren geboren (Wir berichteten darüber im Dialog-Du Siach 54). In einem Kathpress-Interview aus dem Jahr 1988 erhalten wir einen Einblick in das Denken dieses überzeugten Zionisten und Kämpfers für die christlich-jüdische Verständigung. Zugleich ist es eine Reflexion über Entstehung und Bedeutung der Konzilserklärung Nostra Aetate, die vor 39 Jahren, am 27. Oktober 1965 verabschiedet wurde. Und es bietet eine zeitgenössische Stimme zur Waldheim-Ära, die eine starke Belastung des christlich-jüdischen Dialogs darstellte. Das Gespräch führte Peter Musyl. Wir danken der Kathpress für die freundliche Nachdruckerlaubnis. Aus: Aus: Schalom für Österreich II, 1988 – Wege in die Zukunft

Kathpress: Herr Prälat Oesterreicher, Sie sind einer der Wegbereiter des internationalen christlich-jüdischen Dialogs und waren an der Erstellung der „Juden-Erklärung“ des Zweiten Vatikanischen Konzils maßgeblich beteiligt. Worin liegt Ihrer Ansicht nach die Bedeutung dieses Dialogs bzw. der Konzilsaussagen über das Judentum?mehr …

Himmelbauer, Markus DAMIT MÜSSEN WIR LEBEN. – WIRKLICH?

Judenfeindschaft gibt es nicht. Fragen Sie doch herum! Nicht einmal Herr Haider hat je etwas Antisemitisches geäußert, beteuert er. Die “ordentliche Beschäftigungspolitik“ hatte ja mit Juden rein gar nichts zu tun. (Wir danken der “Presse“ für die nochmalige Veröffentlichung des Protokolls der damaligen Landtagssitzung. Es zeigt, dass es kein “aus dem Zusammenhang gerissenes“ Zitat ist.) Das macht unsere Aufgabe, die christlich-jüdische Verständigung, so einfach. Auch in den Kirchen. Sehen Sie selbst: Judenfeindliche Hetzpredigten von der Kanzel gibt es nicht mehr, und überhaupt, das Judentum ist gar kein Thema.mehr …

Himmelbauer, Markus RETTET DEN EXODUS

Wie günstig, daß Ostern und Pessach heuer auf denselben Termin fielen. Viele Anfragen von christlichen Gruppen und Gemeinden gingen hierorts in jener Zeit ein: Wie können wir Pessach feiern, „richtig“, nämlich genau so wie die Juden es machen? Überraschtes Erstaunen folgte, wenn ich nicht sogleich Feuer und Flamme für dieses Anliegen war. Die Diskussion darüber geht jedenfalls weiter.
Wenn Christinnen und Christen die Juden und das Judentum lieben, sollen die Geliebten bisweilen möglichst so sein, wie wir sie uns wünschen: Folkloristisch, nett, unproblematisch, keinesfalls fordernd. Ja, das kommt gut an. Da spürt man dann kuschelweich, wie über aller Verbrüderung die Gräben schwinden. Und anschaulich soll es sein, sinnlich erfahrbar.
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Dantine, Olivier EIN JAHR STUDIUM IN ISRAEL

Im Studienjahr 1996/96 war ich Teilnehmer eines Studienprogrammes, das seit mittlerweile 20 Jahren Christen, vornehmlich Theologiestudenten, ermöglicht, ein Jahr an der Hebräischen Universität in Jerusalem zu studieren. Neben dem Erlernen der hebräischen Sprache sind die Ziele vor allem das Studium der rabbinischen Literatur in Talmud und Midrasch. Daneben werden Kurse zur israelisch-palästinensischen Gesellschaft angeboten. In dem folgenden Bericht habe ich versucht, meine vielfältigen persönlichen Erfahrungen des Studienjahres zusammenzufassen.mehr …

Himmelbauer, Markus und Zauner, Josef P. GUTER WILLE – EINGEFAHRENES DENKEN

Abschlussbericht zur Umfrage “Stereotypen über das Judentum in der Messliturgie und im Liedgut der römisch-katholischen Kirche aus der Sicht-weise der Seelsorgerinnen und Seelsorger“

Im Frühjahr 1999 verfasste Josef Peter Zauner eine theologische Diplomarbeit zum Thema “Das Judentum in der römischen Liturgie“ in deren Rahmen Stereotypen über das Judentum in der Liturgie aus der Sichtweise katholischer Seelsorgerinnen und Seelsorger erhoben wurden. Dieser Bericht fasst die Ergebnisse der Umfrage zusammen und versucht, Folgerungen für die notwendige Sensibilisierung zu diesem Thema zu ziehen. Eine Zusammenfassung der theologischen Grundlagen der Untersuchung wurde in der Zeitschrift “Dialog-Du Siach / christlich-jüdische Informationen“ Nr. 36 im August 1999 veröffentlicht: Josef Peter Zauner: Erstes Testament und Judentum in der römischen Liturgie.mehr …