Bilanz zum Nostra Aetate-Jubiläum

Wien - In der 100. Ausgabe der Quartalsschrift „Dialog-DuSiach/ christlich-jüdische Informationen" des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit ziehen die theologischen Fakultäten Österreichs Bilanz über die Auswirkungen des christlich-jüdischen Dialogs in ihrer Arbeit.

dialog100Im Juli 2015 ist die 100. Ausgabe der Quartalsschrift des Koordinierungsausschusses „Dialog – DuSiach/ christlich-jüdische Informationen" erschienen. Schwerpunkt des Hefts bildet die Darstellung des Stellenwerts des Judentums in Forschung und Lehre an den Theologischen Fakultäten Österreichs. „Diese Bilanz ist notwendig und erfreulich, denn sie zeigt, wie die Erneuerung der Theologie seit dem Konzil in den Institutionen zuverlässig Fuß gefasst hat", sagt Professor Martin Jäggle, Präsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit und früherer Dekan der Katholisch Theologischen Fakultät Wien. „Die Fakultäten haben 2008 von sich aus erkannt, dass das Judentum ein notwendiger Teil des christlichen Theologiestudiums heute sein muss", erzählt Jäggle.

Die Beiträge stammen von Andreas Vonach (Innsbruck), Ulrich Winkler (Salzburg), Susanne Gillmayr-Bucher (KU Linz), Peter Ebenbauer (Graz), Astrid Schweighofer (Evangelisch Theologische Fakultät Wien) sowie Wolfgang Treitler und Regina Polak (Katholisch Theologische Fakultät Wien). Vor dem „Tag des Judentums" im Jänner 2015 haben alle Theologischen Hochschulen und Fakultäten in Österreich Schwerpunktseminare und Vorlesungen zum Jubiläum des Konzilstexts Nostra Aetate angesetzt. Präsident Jäggle: „Es ist erfreulich, wie es nun beginnt, dass sich die Auseinandersetzung mit dem gegenwärtigen Judentum in vielfältiger und differenzierter Weise in Lehre und Forschung niederschlägt." Besonders wichtig sind für ihn auch die Qualifikationsarbeiten, weil sie dem wissenschaftlichen Nachwuchs Gelegenheit geben, sich vertieft Kompetenzen anzueignen und zur Weiterentwicklung der Theologie beizutragen. Als Konsequenz aus dieser Dokumentation sieht Jäggle die Notwendigkeit, „sich nun über zukünftige Forschungsaufgaben gemeinsam zu verständigen."

Zeitdokument für 25 Jahre christlich-jüdischer Zusammenarbeit

Die Quartalsschrift des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit wurde 1990 von Hedwig Wahle gegründet. Nach ihr waren Elmar Kuhn, Astrid Ingruber, Hannah Paul und Gerhard Langer Chefredakteurinnen und Redakteure. Seit Ausgabe 25 (1997) ist Markus Himmelbauer an der Redaktion beteiligt, die er seit Heft 40 (2000) in alleiniger Verantwortung wahrnimmt. „Die Zeitschrift des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit ist in den 25 Jahren ihres Bestehens eine Zeitzeugin für Themen und Konflikte der christlich-jüdischen Verständigung geworden. Als einzige österreichische Zeitschrift mit diesem Profil ist sie ein greifbares Zeichen des Dialogs und der Erneuerung besonders in Wien, in der Stadt, in der während der Schoa die drittgrößte jüdische Gemeinde weltweit vernichtet worden ist", so Präsident Jäggle abschließend.

Das Inhaltsverzeichnis der einzelnen Jahrgänge finden Sie unter: www.christenundjuden.org/publikationen/160-dialog-du-siach-archiv

Markus Himmelbauer

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