gehdenken3Demokratie lernen

Ansfelden – Zum dritten Mal fand heuer am 29. April an der Volksschule Ansfelden (Oberösterreich) ein „geh-denken“ statt: Ein Gedenkmarsch der vierten Klassen zur Kremsbrücke, wo im April 1945 beim Todesmarsch ungarischer Jüdinnen und Juden eine namenlose Frau vor den Augen ihrer Tochter ermordet wurde.

Ausgehend von einem Text von Th. W. Adorno „Erziehung nach Ausschwitz“ versuchen die  Pädagoginnen Demokratie in Theorie und Praxis zu lehren. In der 4.  Schulstufe wurde versucht, durch lokale-historische Wissensvermittlung auf die Bedeutung und Wichtigkeit demokratischen Handelns hinzuweisen. Da der Todesmarsch durch Ansfelden  führte, soll durch die lokale Nähe ein „emotionales berührt Werden“ durch die Geschichte ermöglicht werden.

Der Lernprozess Demokratie um das „geh-denken“ hat viele Facetten: Die Kinder der der VS Ansfelden erzählten musikalisch, dramaturgisch, mit Steinen und Glasperlen was in ihrem Ort/ in ihrem Land vor mehr als 60 Jahren geschehen ist. Daten und Fakten aus der Geschichte belegen die menschenverachtende Politik des Nationalsozialismus. Das ist weder zu leugnen noch in Zweifel zu stellen.

gehdenken2Die Gedenkveranstaltung  in Ansfelden steht  unter dem Zitat Ingeborg  Bachmanns: „Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“, in diesem Sinn haben sich die Erinnernden vor den Jüdinnen und Juden verneigt – möge sich der Schrecken nie mehr wiederholen.

Hermine Hauer

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