Elly Braun-Schlesinger

Elly Braun, am 13. Juni 1924 in Wien als Elly Schlesinger geboren, ist eine der zahlreichen Frauen, die in der Zeit des Nationalsozialismus im Stillen Großes geleistet haben.

Aufgewachsen in einem orthodox-jüdischen Milieu, führte sie ihre Flucht nach dem „Anschluss" Österreichs 1938 über Pressburg, Antwerpen und Frankreich auf abenteuerlichen Wegen in die Schweiz. Dort lernte sie den Sohn eines Wiener Kantors kennen und zog nach 1945 mit ihm nach Israel, wo sie auch heute lebt.

In Frankreich wurde sie als junge Exilantin zur Lebensretterin des jungen Simha Arom, heute einer der prominentesten französischen Musikethnologen.
Darüber hinaus wurde Elly Schlesinger zur Fürsprecherin aller ihrer Schicksalsgenossinnen und -genossen im französischen Exil: Ihre Vorsprache gemeinsam mit Ihrem Vater beim Erzbischof von Toulouse, Msgr. Jules-Gérard Saliège, führte 1942 zu dem berühmt gewordenen Hirtenbrief, der Pfarrer und Kirchenvolk zur Hilfe für NS-Flüchtlinge ermutigte und damit vermutlich Tausenden das Leben gerettet hat. Die näheren Umstände dieses Hirtenbriefs sind bis heute auch in der Forschung nicht allgemein bekannt; Elly Schlesinger blieb anonym.

Am 6. Mai 2013 erhielt Elly Braun-Schlesinger die Ehrenmitgliedschaft der Österreichischen gesellschaft fürt Exilforschung.

  • Österreichische Gesellschaft für Exilforschung link
  • Gespräch mit Elly Braun-Schlesinger wien.orf.at
  • Hirtenbrief von Bischof Jules Saliège link
  • Bischof Jules Saliège wikipedia

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