Erzdiözese Wien verstärkt Zusammenarbeit mit der jüdischen Gemeinde

Wien. Der Pfarrer und Dechant in Wien Leopoldstadt, Ferenc Simon, wurde zum Diözesanbeauftragten für christlich-jüdische Zusammenarbeit in der Erzdiözese Wien ernannt.

Dsimoner Dechant des zweiten Wiener Gemeindebezirks und Pfarrer Am Tabor, Ferenc Simon, wurde mit 8. April 2015 zum "Diözesanbeauftragten für christlich-jüdische Zusammenarbeit" der Erzdiözese Wien ernannt. Der Kontakt zur jüdischen Gemeinde erhält damit formell eine Aufwertung, wie es für eine große Diözese der Weltkirche angemessen ist, besonders in Wien, einem historischen Brennpunkt jüdischer Geschichte. Simon bekleidet eine Funktion, die es in dieser Form bislang nicht gab.

"Die Vertiefung der christlich-jüdischen Zusammenarbeit in Wien findet auf verschiedenen Ebenen statt", so Dechant Simon: "Die Ebene der Pfarrgemeinden ist sehr wichtig. Nun gibt es dafür und auch für offizelle Anlässe und Anfragen eine beauftragte Ansprechperson." Der Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit als ökumenisch und interreligiös getragener Verein ist in vielen Bereichen der Bildungsarbeit tätig. Nun hat die christlich-jüdische Zusammenarbeit auch innerhalb der katholischen Kirche Wiens eine Namen. In den vergangenen Jahren starteten vielfältige Fortbildungangebote mit der Pfarrgemeinderäte-Akademie der Erzdiözese. "Mir ist besonders wichtig, dass immer mehr Christen die Schätze des Judentums entdecken und respektieren. Dabei nimmt die Erinnerung, die Erinnerungskultur, eine herausragende Rolle ein", so Simon

"Dechant Simon ist durch seine Sachkundigkeit und seinen persönliches Engagement bestens geeignet für diese Vermittlerfunktion", sagt Martin Jäggle, Präsident des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit: "Als Pfarrer weiß er, wie das Judentum in der regelmäßigen christlichen Verkündigung seinen Platz finden kann. Und mit seinen Kontakten nach Ungarn unterstützt er die christlich-jüdische Erneuerung im Donauraum", so Jäggle.

Ferenc Simon wurde 1969 in Oradea/Nagyvárad/Grosswardein (Rumänien) geboren. Sein Theologiestudium absolvierte er in Budapest und Wien. Seit 2000 ist er Pfarrer der Gemeinde Am Tabor, seit 2005 zusätzlich der ungarischen katholischen Gemeinde in Wien. 2001 wurde er zum Dechanten des Wiener Bezirks Leopoldstadt gewählt und er ist Oberseelsorger der Ungarn in Österreich. Die Kirche Am Tabor ist bekannt für seine Fassadengestaltung durch Arik Brauer. Sie wurde 1972 in der Zeit des kirchlichen Aufbruchs nach dem Konzil errichtet, um speziell der erneuerten Haltung der Kirche zum Judentum Ausdruck zu verleihen. Simon ist im Ökumeneausschuss des Stadtvikariats Wien aktiv und seit 2009 Vorstandsmitglied im Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit. Er ist Mitglied der Benediktiner-Oblaten von Pannonhalma.

Markus Himmelbauer

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