Likrat ("In Begegnung") - jüdische Jugendliche im Dialog im Schulunterricht

Likrat (Hebräisch für „Aufeinander zugehen“) möchte SchülerInnen einen umfangreichen Einblick rund um das Thema Judentum vermitteln. Jüdische Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren besuchen Schulen und andere Gruppen von Gleichaltrigen. Sie stellen das Judentum authentisch in seinem Facettenreichtum vor. Die Jugendkomission der IKG hat das schweizer/deutsche Erfolgsprojekt auch nach Wien geholt.

Das Besondere liegt im Detail

  • Die Jugendlichen von „Likrat“ werden in Workshops mit internationalen Trainer_innen auf ihre Aufgabe vorbereitet. Sie sind geschult, auch mit problematischen Anfragen gut umgehen zu können. Jüdische Jugendliche, die Dialogpartner, im Fachjargon Likratinos/Likratinas, werden wollen, müssen mindestens 15 Jahre alt sein und lernen im Rahmen ihrer Ausbildung über Rhetorik und Dialogführung, religiöse Strömungen im Judentum sowie Antisemitismus und Antizionismus, über die Beziehung Judentum–Christentum und zum Verhältnis Judentum–Islam. Wer am Ende der Ausbildung tatsächlich fit für den Dialog ist, entscheidet das Projektteam gemeinsam mit einer Psychologin, die die Ausbildung begleitet.
  • Es reden Jugendliche zu Jugendlichen. Das hat eine ganz andere Wirkung, als wenn sich die Kinder einen Vortrag anhören.
  • Auch wenn Friedhöfe und Museen wichtiges Wissen vermitteln können, lernen im direkten Austausch die Schüler_innen das Judentum als gelebte Religion kennen.

Entstanden ist dieses Projektes vor 10 Jahren in der Schweiz, läuft mittlerweile auch in Deutschland und ist seit letztem Jahr auch in Wien präsent. Unterstützt wird das Projekt von dem Zukunftsfonds der Republik Österreich, dem Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres, dem Bundesministerium für Bildung und Frauen, dem Stadtschulrat für Wien und dem Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund.

Likrat in Deutschland - Finanzierung, Reichweite, Qualität

Das Projekt wurde 2006 in Deutschland installiert, angebunden an die Hochschule für Jüdische Studien in Heidelberg, gefördert vom Zentralrat der Juden in Deutschland und der Hopp-Stiftung. Das Konzept von Likrat überzeugte auch auf Bundesebene, und so kam das in Deutschland einmalige Jugenddialogprojekt in den Genuss einer dreijährigen Förderung durch das Bundesprogramm „Vielfalt tut gut. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“.Am Beginn gestaltete es sich mühsam, die Lehrer an Gymnasien, Haupt- und Realschulen davon zu überzeugen, dass eine Likrat-Begegnung ein Mehrwert für ihren Religions-, Ethik- oder Geschichtsunterricht ist. Aber bereits nach einem Jahr entwickelte sich Likrat zu einem „Selbstläufer“. Viele Lehrer haben Likrat-Begegnungen als feste Größe in ihren Unterricht aufgenommen. In 40 bis 50 Begegnungen jährlich werden mehr als 1.000 Schüler erreicht. Eine interne Evaluation sichert die Qualität und gibt Auskunft über den Erfolg des Projekts.

likrat.de

Kontakt und Auskunft

Möchten auch Sie jüdische Jugendliche in Ihre Schulklasse, Jungschargruppe etc. einladen, nehmen Sie bitte Kontakt mit den Projektverantwortlichen der IKG Wien, Betty Kricheli und Benjamin Gilkarov auf: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

 

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