sklaven_sofie_webHimmelbauer, Markus

Gedenke der Wunder des Herrn

Gott gibt uns immer wieder Gelegenheit, damit wir uns an das Heil erinnern, das er seinem Volk Israel und der gesamtem Menschheit geschenkt hat: Der Regenbogen nach der Flut, der Schabbat, die männliche Bescheidung als Zeichen des Bundes, das Pascha-Fest als Erinnerung an die Befreiung aus ägyptischer Sklaverei.
Für kein Erignis fordert die Tora so häufig und eindringlich die Pflicht des Gedenkens wie für den Auszug aus Ägypten. Das gilt auch für die folgenden Generationen und nicht allein am Pascha-Fest, sondern "alle Tage deines Lebens" (Dtn 16,3). Jede Generation und jeder jüdische Mensch soll diese Pflicht so beachten, als wäre er selber mitgezogen.
"Ich bin der Ewige, dein Gott, der dich aus Ägypten herausgeführt hat" ist die Quelle des jüdischen Gottesglaubens, auch des Glaubens Jesu. Nicht als der ferne Weltenschöpfer wurde Gott in Israel erkannt und verehrt, sondern als der Weltenlenker, den man anrufen kann, der sich in der Knechtschaft als Fels und Erlöser kundgetan hat.
Jesus hat Zeichen der rettenden Gerechtigkeit Gottes gesetzt. In diese befreiende Tradition stellt er seine deutenden Worte über Wein und Brot: Als sein Leib und Blut sind sie die bleibende Gegenwart unter uns. Auferstehung ist eine gute jüdisch-pharisäische Glaubenserfahrung: Christus ist der erste der Entschlafenen, bekennt der Pharisäer Paulus. So wird Ostern das Grunddatum des christlichen Glaubens.
Im Pascha und zu Ostern stehen Leidensgedächtnis und Freude über Befreiung und Erlösung im Mittelpunkt. "Gott schafft den Sieg mit seiner Rechten" (Ps 98) singen und beten Jüdinnen und Juden, Christinnen und Christen - ein Bekenntnis, das Juden und Christen verbindet.

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