Evangelischer Oberkirchenrat A.u.H.B. in Österreich

60 Jahre Staat Israel

Vor 60 Jahren, am 14. Mai 1948, wurde der Staat Israel gegründet.
Die evangelischen Kirchen in Österreich gratulieren seinen Bürgerinnen und Bürgern zu diesem Jubiläum.

Nach jahrhundertelanger Heimatlosigkeit, Diskriminierung, Vertreibung und Verfolgung, die schließlich in der Schoa gipfelte, fanden Jüdinnen und Juden eine Zufluchtsstätte in dem neu errichteten Staat. Aufgrund der bis in die jüngste Geschichte andauernden Judenfeindschaft haben auch die evangelischen Kirchen in Österreich Mitschuld am unermesslichen Leid des jüdischen Volkes.
Wir sind uns bewusst, dass sich viele Jüdinnen und Juden durch die Geschichte mit dem Land Israel emotional und spirituell verbunden fühlen, was auch in zahlreichen jüdischen Gebeten und Liedern zum Ausdruck kommt. Mit der Staatsgründung ist nicht nur ein alter Traum in Erfüllung gegangen, sondern sind auch ein neues Selbstverständnis und Selbstbewusstsein in der jüdischen Gemeinschaft entstanden.

Die Mitfreude über die Staatsgründung ist freilich nicht ungetrübt. Denn was für die einen eine sichere Zuflucht brachte, führte für andere zu Entwurzelung und Vertreibung. Der erhoffte Friede für alle Völker in der Region des Nahen Ostens konnte bis heute nicht erreicht werden.
Als evangelische Kirchen unterstützen wir besonders unsere christlichen Geschwister in Israel und in Palästina, die sich seit Jahren als Vorkämpfer für einen gerechten Frieden einsetzen und sich gemeinsam mit jüdischen Friedensgruppen als Brückenbauer zwischen den Völkern und Religionen betätigen.
So sehen wir auch unsere vordringlichste Aufgabe in der Friedens- und Versöhnungsarbeit. Konkret zeigt sich das an der Initiierung und Durchführung von Projekten, die Menschen aus Israel und Palästina eine direkte Begegnung ermöglichen (z.B. Jugendcamp 2007 in Rechnitz im Burgenland), und an der Unterstützung von Friedensinitiativen in der Region selbst.

Wir hoffen und beten, dass der Staat Israel mit seinen Nachbarn, insbesondere mit dem palästinensischen Volk, in gegenseitiger Achtung des Heimatrechtes einen sicheren und gerechten Frieden findet, sodass Israelis und Palästinenser, Juden, Christen und Muslime in fruchtbringender Gemeinschaft im Land miteinander in Zukunft leben können.

Bischof Dr. Michael Bünker
Landessuperintendent Mag. Thomas Hennefeld

Wien, 6. Mai 2008

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