Imame in Auschwitz

Vom 7. bis 11. August begleiteten Rabbiner Jack Bemporad und Professor Marshall Breger acht Imame und wichtige muslimische Führungspersönlichkeiten der USA zu einem Besuch der ehemaligen KZs Dachau und Auschwitz. Es war ein Studienaufenthalt, auch gefüllt mit persönlichen Begegnungen mit KZ-Überlebenden, mit gemeinsamem Gebet und formellen Kranzniederlegungen. In der Washington Post berichten die Organisatoren über diese bewegende und überwältigende Begegnung mit den Stätten des Holocausts, die tiefe Spuren unter den muslimischen Teilnehmern hinterlassen hat. Es hat ihr Leben geprägt und für die Zukunft verändert. "Islam ist eine Religion, die für Mitleid eintritt. Das wurde uns umfassend bewiesen durch das tiefe Mitleid und Sorge, die diese Imame angesichts des menschlichen Leidens zeigten", war das Resumee der Organisatoren.
Beitrag in der Washington Post
http://newsweek.washingtonpost.com/onfaith/guestvoices/2010/08/muslim_leaders_telling_truths_at_auschwitz.html

Zurückgekehrt in den USA veröffentlichten die Imame ein noch nie da gewesenes Statement, in dem sie aufrufen, jeder möge einen Beitrag zu einem "Nie wieder" leisten. Auszugsweise heißt es darin: "Wir sind Zeugen des absoluten Schreckens und Tragödie des Holocausts, bei der zwölf Millionen Seelen zugrunde gingen, darunter sechs Millionen Juden. Wir verurteilen jeden Versuch, diese geschichtliche Tatsache zu leugnen und erklären, dass diese Leugnung oder jedwede Rechtfertigung dieser Tragödie gegen den islamischen Ethikkodex verstößt.
Wir verurteilen Antisemitismus in jeder Form. Keine Kreatur des allmächtigen Gottes soll Diskriminierung aufgrund ihres Glaubens oder religiöser Überzeugung ausgesetzt sein."
Statement der Imame
http://www.forward.com/articles/130171/

Rabbiner Jack Bemporad ist Direktor des Center for Interreligious  Understanding (New Jersey) und Direktor des Zentrums Johannes Paull II. für interreligiösen Dialog an der Päpstlichen Universität Angelicum (Rom).
Marshall Breger ist Professor für Rechtswissenschaften an der Columbus School of Law an der Catholic University of America.

Markus Himmelbauer

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