Scheuer: Christentum ohne jüdische Wurzeln "undenkbar"

Etwas versteckt hinter dem Gesamttitel "Ökumene: Sorge gilt 'konfessionsverbindenden' Paaren" sprach der Innsbrucker Diözesanbischof Manfred Scheuer im kathpress-Ostergespräch auch zum christlich-jüdischen Dialog. Scheuer ist in der österreichischen Bischofskonferenz Referatsbischof für Ökumene und auch Kontaktperson für die christlich-jüdische Zusammenarbeit.

Hier ein Auszug aus dem kathpress-Bericht vom 21. April 2011:

Zum Dialog mit dem Judentum bekräftigte der Bischof, dass das Christentum ohne seine jüdischen Wurzeln undenkbar sei. "Wer Jesus kennen und verstehen will, muss das Volk kennen, in das er gehört", so Scheuer. Der theologische Dialog habe freilich seine Grenzen, räumte er ein. Hier gelte es auch, Unterschiede in guter Weise auszuhalten und die Identität des Gesprächspartners zu respektieren. Man dürfe vom Gegenüber nichts erwarten, was diesem nicht zumutbar sei. Das betreffe etwa gemeinsame Gebete oder Gottesdienste.

Der Bischof räumte die fehlende Glaubenssolidarität der Christen mit den Juden in der Vergangenheit ein. Die christliche Tradition habe das Judentum lange Zeit nur im Gegensatz zur eigenen Identität gesehen und sich sogar das Recht herausgenommen, an den Juden aller Zeiten Rache für den Tod Jesu zu nehmen. Das Eingedenken der christlichen Schuldgeschichte gegenüber dem Judentum müsse deshalb auch stets ein wesentliches Element sein, das die Beziehungen zum Judentum prägt.

Danke für die klaren Worte.
Markus Himmelbauer

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