Besuch aus Budapest

Am 4. Februar 2014 hatten wir Gäste bei unserer Vorstandssitzung: Joszef Szécsi (ganz links) und Béla Varga (Mitte), die Vorsitzenden der christlich-jüdischen Gesellschaft Budapest besuchten uns. Beide wurden 2013 zu Ehrenmitgliedern unseres Vereins ernannt. Freunde waren sie uns schon lange zuvor.  Die christlich-jüdische Gesellschaft organisiert jährlich über 50 Veranstaltungen, praktisch ohne finanzielle Mittel: Vorträge, Tagungen und Konzerte.

besuch ungarn-webAus erster Hand erfuhren wir von deren Einschätzung der Entwicklung des Antisemitismus in unserem Nachbarland und um aktuelle Auseinandersetzungen um das umstrittene Denkmal an die deutsche Besatzung Ungarns während des Zweiten Weltkriegs und die Gleichstellung des Pfeilkreuzler-Regiomes mit dem Kommunismus im Budapester "Haus des Terrors". Besonders betrüblich ist auch die finanzielle Situation unserer ungarischen Partnerorganisation, die seit heuer keine öffentlichen Förderungen mehr erhält und kaum Zuwendungen der Kirchen bekommt.

Antisemitismus in Ungarn habe keine wirtschaftlichen Ursachen, sondern politische, so Szécsi: "Eine Mehrheit von 70 bis 80 Prozent der Wähler der extremistischen Jobbik-Partei spricht eine offen und direkte antisemitische Sprache." Die Zahl der Menschen, die "keine Juden mögen" in den beiden "normalen" linken und rechten Parteien MSZP (Sozialisten) and the FIDESZ (Volkspartei) seien ähnlich.

Ein wertvolles Projekt ist das christlich-jüdische theologische Jahrbuch, das Szécsi herausgibt und in dem namhafte Beiträge zu Themen des christlich-jüdischen Dialogs zusammengestellt sind. Nach dem Wunsch des Herausgebers soll dieses Buch in Zukunft zweisprachig mit Beteiligung des Koordinierungsausschusses für christlich-jüdsche Zusammenarbeit erscheinen.

Eine regelmäßige jährliche Begegnung zwischen den beiden Mitgliedsorganisationen des Internationalen Rats der Christen und Juden findet auf Initiative von Béla Varga seit 2002 statt.

Markus Himmelbauer

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