Das Grazer Komitee für christlich-jüdische Zusammenarbeit

Vorsitzende: Mag. Sabine Maurer

Mitglieder des Vorstands:

Univ.-Prof. Dr. Peter Ebenbauer, Ass. Prof. Dr. Johannes Schiller, Mag. Dr. Markus Ladstätter, Pfr. Matthias Weigold Mth, Dr. Heinz Anderwald, Frank Moritz-Jauk, MMag. Dr. Edith Petschnigg, Karen Engel und Mag. Sabine Maurer

Kontakt:

Mag. Sabine Maurer

Kresbach137

A-8530 Hollenegg

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

+43 699 188 77 621

Geschichtliches:

Das Grazer Komitee wurde im Jahr 1991 auf Initiative von Edgar Josef Korherr, UProf. für Katechese an der Kathol.-Theol. Fakultät der Universität Graz und Dr. Anneliese Hinker, sowie Richard Ames, Harry Baloch, Günter Beermann, Christian Brunnthaler, Othmar Göhring, Erika Horn, Friederike und Ulrich Habsburg-Lothringen, Otto Günther Klein, Evi Krobath, Franz Küberl, Johannes Marböck, u.a. Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens von röm.-katholischer, evangelischer und jüdischer Seite ins Leben gerufen.

Der Boden für die Gründung eines christlich-jüdischen Komitees war in Graz in mehrfacher Weise vorbereitet: Zum Ersten durch die von Dr. Erika Horn initiierten christlich-jüdischen Bibelwochen, die ab 1982 im Bildungshaus Mariatrost stattfanden. Zum Zweiten änderte sich zunehmend die Haltung zur Geschichte des Nationalsozialismus in der Stadt Graz. Das kam u.a. in einer Feier am 9. November 1988 auf dem Platz der zerstörten Synagoge zum Ausdruck, in der ein Gedenkstein errichtet wurde, der an die Gräueltaten der Nationalsozialisten erinnert.

Beispiele für das Wirken des Grazer Komitees:

-       Jährliche Vorbereitung und Durchführung eines Ökumenischen Gottesdienstes am Tag des Judentums 17. Januar in Graz.

Derzeit erstellt ein Team eine Arbeitshilfe, um Pfarrgemeinden das Feiern von ökumenischen Gottesdiensten am Tag des Judentums zu erleichtern.

-       Exkursionen zu Orten ehemaligen und aktuell jüdischen Lebens in Österreich, Ungarn, Deutschland, Italien.

-       Die Initiative zur Gründung des Vereins für Gedenkkultur in Graz ging vom Grazer Komitee aus. Die Vorsitzendes des Grazer Komitees Sabine Maurer und die Gemeinderätin Daniela Grabe riefen diesen Verein im Jahr 2012 ins Leben, der sich die Erinnerung an die Opfer des nationalsozialistischen Regimes im öffentlichen Raum zum Ziel setzt. Man entschied sich zur Verlegung von sog. Stolpersteinen, die auf die Idee des Künstler Günter Demnig zurückgehen und von ihm auch hergestellt werden. Die erste Verlegung von Stolpersteinen fand im Jahre 2013 statt. Jährlich kommen neue hinzu, derzeit sind es 58 Stolpersteine, die in der Stadt Graz verlegt wurden.

Beispiele für Veranstaltungen aus den letzten Jahren:

Studientag anlässlich von 50 Jahren Konzilserklärung Nostra aetate „Religionen und die Begegnung mit dem Anderen. Auf dem Weg zu einer neuen Kultur des Miteinanders“ am 14. 1. 2015. ReferentInnen: Bechmann (Graz), Herweg (Berlin), Behr (Frankfurt), Benz (Berlin). Grazer Komitee in Zusammenarbeit mit der Katholisch-Theologischen Fakultät Graz und dem Verein Xenos.

Vortrag von Prof. Dr. Frank Crüsemann „500 Jahre Reformation – Martin Luther, die Juden und wir“ am 6. 5. 2014 in der Heilandskirche.

Ausstellung: „‘Drum immer weg mit ihnen.‘ Martin Luthers Sündenfall gegenüber den Juden“, 6. Mai – 15. Juni in der Heilandskirche. Mehrere Führungen zur Ausstellung und Ö1-Sendungen über die Ausstellung.

Abraham -Basis für den interreligiösen Dialog von Judentum, Christentum und Islam? am 13. 11. 2012. Vortrag Univ.-Prof. Dr. Ulrike Bechmann und Podiumsdiskussion mit: Dr. Theodor Much (jüd.), Dr. Driss Tabaalite (muslim.) Moderation: Mag. Sabine Maurer.

Vortrag und Podiumsdiskussion zum Thema: Vorgeburtliches Leben – Aktuelle Herausforderungen aus religiöser und ethischer Sicht der drei monotheistischen Weltreligionen am 30.11.2011 in der Synagoge, Graz. Univ.-Prof. Schaupp (röm.-kath.), Dr. Weisz ( jüd.), Mag. Zeynep Elibol (muslim.). Moderation: Mag. Sabine Maurer

Das Grazer Komitee bemüht sich auch um eine Bewusstseinsbildung und kritische Auseinandersetzung mit der Bildtradition in den Kirchen.

lokalkom graz1Beispiel: Das Altarbild in der evangelischen Kirche in Voitsberg, das antisemitische Bildaussagen enthält. Die hartnäckigen Bemühungen des Grazer Komitees, diesem Bild, das unter Denkmalschutz steht, einen Kommentar hinzuzufügen, der sich von der antijudaistischen Bildaussage distanziert, führten im September 2014 zur Anbringung einer Tafel an der Außenwand der Kirche. Sie wurde in Anwesenheit des Bischofs der Evangelischen Kirche in Österreich, Dr. Michael Bünker, enthüllt. Die Tafel enthält folgenden Text:

Auf dem Altarbild von Erich Hönig ist ein brennender jüdischer Tempel zu sehen, versehen mit dem Davidstern als Symbol des gesamten Judentums. Mit Scham und Trauer distanzieren wir uns von der Jahrhunderte lang wirksamen judenfeindlichen Haltung der christlichen Kirchen und bekennen uns zum Weg der Umkehr und Erneuerung im Verhältnis zu unseren jüdischen Schwestern und Brüdern.“