Karwoche

Einführungstext zu den Passionen in den liturgischen Lektionaren

Im Herbst 2000 haben die US-amerikanischen katholischen Bischöfe einstimmig empfohlen, den folgenden Text in allen liturgischen Büchern zur Karwoche der Passionslesung am Karfreitag voran zu stellen.

Laut Eugene Fisher, dem Beauftragten der US-Bischofskonferenz für die Beziehungen zum Judentum, ist dieser Abschnitt nicht dazu gedacht, öffentlich verlesen zu werden, sondern soll den Lektorinnen und Lektoren sowie dem Prediger die richtige Einstellung bei der Vorbereitung und beim Vortrag der Texte nahe bringen. Wir stellen diesen Text hier erstmals in deutscher Übersetzung vor:

"Die ganze Botschaft der Liturgie bei der Verkündigung der Passionserzählungen soll der Versammlung ermöglichen, leuchtend die Liebe Christi für jede Person zu erkennen, trotz ihrer Sünden, eine Liebe, die selbst der Tod nicht zunichte machen konnte. Die Verbrechen während der Passion Christi können weder unterschiedslos allen Juden der damaligen Zeit, noch den Juden heute zugeschrieben werden. Das jüdische Volk soll keinesfalls als verworfen oder verflucht bezeichnet werden, als ob sich diese Sicht aus der Schrift herleiten ließe. Die Kirche denkt immer daran, dass Jesus, seine Mutter Maria und alle Apostel Juden waren. Auch hat die Kirche immer daran festgehalten, dass Christus sein Leiden und seinen Tod freiwillig wegen der Sünden aller auf sich nahm, damit alle gerettet werden."

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