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17. Jänner - Tag des Judentums

 
“Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich“ (Röm 11,18)

Seit dem Jahr 2000 feiern alle Kirchen in Österreich jeweils am 17. Jänner den “Tag des Judentums“: ein neuer Gedenktag im liturgischen Jahreskreis, einen Lehr- und Lerntag für die Kirchen. Die Initiative dafür geht auf die Zweite Europäische Ökumenische Versammlung 1997 in Graz zurück. Es ist der Tag vor der Weltgebetswoche für die Einheit der Christen, die alljährlich vom 18. bis zum 25. Jänner stattfindet. Doch vor aller Verschiedenheit der Kirchen untereinander steht das allen gemeinsame Fundament: ihre Verwurzelung im Judentum und die Weggemeinschaft mit Gottes Bundesvolk. Dies soll an diesem Tag besonders ins Bewusstsein gerufen werden.

Der „Tag des Judentums“ wird bereits seit langem von den Kirchen in Italien gefeiert (www.nostreradici.it ). 1998 wurde er in Polen eingeführt; die römisch-katholische Kirche der Niederlanden begeht seit 2008 ebenfalls den Dag van het Jodendom.

Das Motto für den “Tag des Judentums“ gibt der Apostel Paulus vor: „Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich“ mahnt er im 11. Kapitel des Römerbriefs. Offensichtlich bestand schon in den ersten christlichen Gemeinden die Tendenz, sich über jene erhaben zu fühlen, die nicht in der Nachfolge des Messias Jesus stehen wollten. Später haben die Kirchen die Worte des Paulus vergessen. Anstatt ihre Wurzel, aus der sie leben und die sie trägt, zu pflegen, meinten sie, ohne sie auskommen zu können. Die theologische Verachtung des Judentums und in Folge die gesellschaftliche Abwertung seiner Gläubigen schuf über Jahrhunderte hinweg jenen Nährboden, auf dem das rassistische Gedankengut des Antisemitismus wachsen konnte. Erst seit der Schoa (Holocaust) hat in allen Kirchen ein Umdenken begonnen. Seither werden sie sich der Schuld, die sie und ihre Repräsentanten auf sich geladen haben, immer deutlicher bewusst. Sie sind auf dem Weg, den spirituellen und theologischen Reichtum Israels als Fundament des eigenen Glaubens neu zu entdecken. Ein Beitrag dazu soll auch der jährliche „Tag des Judentums“ in den Kirchen sein.

„Die Wurzel trägt dich!“ erinnert Paulus. So gesehen ist der christlich-jüdische Dialog das grundlegende Thema für das Selbstverständnis als Christinnen und Christen, er ist elementar für die Identität der Kirchen. Er ist nicht von außen heran getragen, sondern jede Katechese redet von Juden, jede Predigt interpretiert jüdische Texte. Heute wollen wir in Dankbarkeit das Geschenk feiern, das Gott uns mit Israel, seinem erwählten Volk, gegeben hat.

Ein Gedenktag für Christinnen und Christen

Der Gottesdienstvorschlag für den Tag des Judentums wurde von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des „Koordinierungsausschusses für christlich-jüdische Zusammenarbeit“ gestaltet und von der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich im Herbst 1999 verabschiedet. Seit seiner ersten Fassung haben wir den Text in Details immer wieder weiter entwickelt und umgearbeitet. Die Lieder und die ausgewählten Lesungen wechselten, die Gebete blieben im Wesentlichen gleich, um eine jährliche Gewohnheit und Tradition  wachsen zu lassen.

Der griechisch-orthodoxe Metropolit von Austria, Michael Staikos, schrieb in seiner Funktion als Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich zur Einführung des „17. Jänner - Tag des Judentums“:

„Die Jahrhunderte lange Verfolgung der Juden durch Christen macht es notwendig, dass auf dem Weg der Buße und der Neubesinnung eine Haltung gegenüber den Juden heranreift, die dem Evangelium entspricht. Der Tag des Judentums ist also ein Besinnungstag für Christen.“

Und in der Botschaft zum „Christentag 1999“ formulierten die Kirchen Österreichs: „Wir beten, dass alle Kirchen erkennen, dass der Heilsweg des Ersten Testaments weiterhin gültig ist.“

Es geht am 17. Jänner nicht darum, eine Feier mit folkloristischen jüdischen Elementen zu gestalten, auch nicht um ein Kennenlernen des Judentums. Es ist eine Vereinnahmung, wenn Christinnen und Christen die Distanz der beiden Traditionen aus lauter Begeisterung nicht wahren und jüdische Riten und Symbole kopieren und nachahmen. Der christlich-jüdische Dialog will nicht einfach christliche Gottesdienste ein wenig jüdisch garnieren. Es geht um ein fundamental neues Selbstverständnis der Kirchen, das sich aus seiner jüdischen Quelle nährt und sich in Weggemeinschaft mit den jüdischen Gemeinden heute versteht. Dem entsprechend wollen wir am Tag des Judentums mit den Mitteln unserer eigenen Traditionen ein positives Bekenntnis zur Wurzel unseres Glaubens ablegen.

News

„Eine fast unmögliche Freundschaft“ – Reise ins Heilige Land

In Jerusalem richten sich erstaunte Augen auf sie: Gemeinderabbiner Schlomo Hofmeister, Imam Ramazan Demir und Pfarrer, sowie Vorstandsmitglied im Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit Ferenc Simon haben gemeinsam mit Studierenden das Heilige Land besucht und wurden dabei von einem Fernsehteam der ORF-Sendung „Kreuz und Quer“ begleitet.

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Deutsche Kaserne wird nach Österreicher benannt - Der Wiener „Gerechte unter den Völkern“ Anton Schmid wird Namenspatron einer Bundeswehrkaserne in Sachsen-Anhalt

Der aus Wien stammende, 1939 zur Armee Hitler-Deutschlands eingezogene und dort zum Feldwebel avancierte Anton Schmid war 1967 einer der ersten Österreicher (und der erste Wehrmachtsangehörige überhaupt), der von der israelischen Holocaust-Erinnerungs- und Forschungsstätte Yad Vashem als „Gerechter unter den Völkern“ anerkannt und ausgezeichnet wurde. Von rund 18 Mio. Wehrmachtssoldaten war er mutmaßlich der Einzige, der von der hitlerdeutschen Militärjustiz zum Tode verurteilt und hingerichtet worden ist, weil er Juden zu retten versuchte. Unter (Militär-)Historikern in Deutschland, Litauen und vielen anderen europäischen wie außereuropäischen Ländern gilt Anton Schmid mittlerweile als so etwas wie eine „Ikone des militärischen Rettungswiderstandes“ gegen das NS-Regime.

 

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Eine Umarmung, die die Umarmten schmerzt - ein Kommentar zur Podiumsdiskussion der Jubiläumsreihe

Schon im Theologiestudium legte sich mir die Ansicht nahe, dass der Ewige christlichen und jüdischen Gläubigen ganz verschiedene Zores macht. Wie sehr Traditionen, Kultur und Geschichte uns prägen und uns mit einem ganz anderen Fokus und Verständnis an die Dinge herangehen lassen, wurde auch in der letzten Podiumsdiskussion zur Sicht der jüdischen Gemeinden auf den christlich-jüdischen Dialog sichtbar.

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Likrat - ein Erlebnisbericht aus dem Religionsunterricht

Am Freitag, den 13.5.2016 durften wir Imanuel (18) und Sarah (16) im Rahmen des Projekts „Likrat“ bei uns im Religionsunterricht der 4. Klasse begrüßen. Anlässlich dieses Projekts haben meine katholischen Kollegen und ich beschlossen, diese Stunde gemeinsam zu halten.
Unsere Gäste begannen die Stunde, indem sie sich vorgestellt haben und anschließend gaben sie eine Kippa durch. Während diese die Runde machte, sollten sich die SuS mit ihrem Namen, Alter und ihrem Bezug zum Judentum vorstellen.

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Dialog der Religionen - Ein Kommentar von Helmut Nausner

Am 17. Mai 2016 hat in der Wiener Tandelmarktgasse ein Podiumsgespräch zum Thema »Der christlich-jüdische Dialog aus Sicht der jüdischen Gemeinden« stattgefunden. Eine spürbare Zurückhaltung der jüdischen Gemeinden, manchmal auch verbunden mit Skepsis und etwas Argwohn in diesem Dialog ist durchaus zu verstehen. »Dialoge« zwischen Juden und Christen in der Vergangenheit hatten offen oder verdeckt immer das Ziel, die jüdischen „Dialogpartner“ zum Christentum zu bekehren.

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