Start Termine Details - 1670 - Vertreibung der Juden aus Wien

Veranstaltung 

Titel:
1670 - Vertreibung der Juden aus Wien
Wann:
15.10.2012 19.00 h
Wo:
Christl.-jüd. Informationszentrum - Bibliothek - Wien
Veranstalter:
Koordinierungsausschuss für christlich-jüdische Zusammenarbeit

Beschreibung

1670 - Vertreibung der Juden aus Wien

Szenische Lesung mit Musik


Text: Helmut Korherr
Musik:
Martin Haslinger

Wissenschaftliche Beratung
Mag. Johannes Reiss, Direktor des Österreichischen Jüdischen Museums in Eisenstadt.

Darstellerinnen und Darsteller und ihre Rollen
  • Susanne Altschul als Ruth (* 1628) = Rabbi Kamens Frau, Dienerin
  • Claudia Androsch als Sara (* 1655) = Rabbi Kamens Tochter, Kaiserin Margarita Teresa(* 1651)
  • Frank Michael Weber als Rabbi Hirz Kamen (* 1618)
  • Kurt Hexmann als Jakob Rosel (* 1645) = ein junger jüdischer Goldschmied, Hoftanzmeister, Bischof Kollonitsch (* 1631), Bedienter
  • Richard Maynau als Kaiser Leopold I. (* 1638)
•    Rabbi Herz Kamen (* 1618) ist ein weiser geistiger Anführer der Wiener Juden.
•    Ruth (* 1628), seine Frau, besitzt eine raue Schale und hat einen weichen Kern.
•    Sarah ( * 1651), die gemeinsame Tochter, ist fleißig und anständig.
•    Jakob Rosel (* 1645) ist ein geschickter Goldschmied und zeichnet sich außerdem noch durch Mut und Stärke aus.
•    Kaiser Leopold I. (* 1638) fühlt sich nicht zum regieren berufen; er ist unattraktiv und menschenscheu, liebt die Künste - vor allem die Musik.
•    Margarita Teresa (* 1651), seine Gemahlin, entstammt der spanischen Habsburglinie und ist streng katholisch erzogen worden.
•    Bischof Kollonitsch (* 1631) hasst die Juden.

Im Jahr 1670 fand die relativ junge, dafür aber umso bedeutendere jüdische Gemeinde der kaiserlichen Metropole ihr Ende, als die Wiener – und in weiterer Folge dann auch die niederösterreichischen – Jüdinnen und Juden auf Befehl Leopolds I. das Land zu verlassen hatten.

Die so genannte Judenstadt im »Unteren Werd«, einem Gebiet jenseits des Donaukanals außerhalb der Stadtbefestigung (im heutigen zweiten Bezirk gelegen) wurde in »Leopoldstadt« umbenannt, eine der drei Synagogen in eine dem Heiligen Leopold geweihte Kirche umgestaltet.

Im Ghetto im Werd hatte seit 1625 die wachsende jüdische Gemeinde Wiens unter kaiserlichem Schutz und weitgehender innerer Autonomie gelebt, während ihr das Betreten der Stadt nur während des Tages gestattet war. Repressalien und Gewalttaten gegen die Wiener Juden häuften sich mehr und mehr in den 1660er-Jahren; schließlich gipfelten diese in der vollständigen Ausweisung im Jahr 1670.

Aggressive Gegner der Judenschaft waren die Studenten der Universität, die sogar die Judenstadt stürmten, die dann eigens von Soldaten bewacht werden musste. Weitere judenfeindliche Gruppen sind die Bürger und Kaufleute der Stadt, die wirtschaftliche Konkurrenten der Juden waren. Entscheidend für die Vertreibung war wahrscheinlich die aus Spanien stammende – streng katholische – Kaiserin Margareta, die es abgelehnt hatte, während ihrer Schwangerschaft eine silberne Wiege von den Juden als Geschenk anzunehmen.

Ihr zur Seite stand der Bischof Kollonitsch, ein erklärter Feind des Judentums.

Ein Teil der Wiener Jüdinnnen und Juden findet - nach einer mehrjährigen Zwischenstation in Nikolsburg - schließlich in Eisenstadt eine neue Heimat.

Eintritt: Spenden erbeten

Beschränkte Platzzahl - Anmeldung erforderlich
Chistlich-jüdisches Informationszentrum

Tel.: 01/ 4797376
E.: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

Gefördert durch

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Veranstaltungsort

Karte
Ort:
Christl.-jüd. Informationszentrum - Bibliothek   -   Website
Straße:
Tandelmarktgasse 5
PLZ:
1020
Stadt:
Wien
Bundesland:
Wien
Land:
Land: at