Führung mit Diözesanarchivarin Dr. Annemarie FENZL
Die jüdische Geschichte Wiens anhand des Beispiels der Wiener Kathedrale erzählt. „Der jüdische Stephansdom“ verbindet eine unkonventionelle Perspektive auf die Kathedrale, ihre Kunstgegenstände und Geschichte mit dem spürbar wachsenden Interesse für das Judentum in unserem Land, packend erzählt von einer der profundesten Kennerinnen der Wiener Kirchengeschichte.
Der Stephansdom in Wien hat Symbolkraft. Er steht als einprägsames Bild für die österreichische Identität, als Metropolitankirche hatte er Bedeutung für den weiten Donauraum, er ist Zeichen des katholischen Glaubens, ein Kunstdenkmal europäischen Ranges und er gibt Zeugnis für Jahrhunderte Geschichte, die sich mit ihm, in ihm und um ihn herum abgespielt haben. Viele Bezugspunkte finden sich dort zum Judentum. Die eine Linie ist die historische: die Beziehung zu jüdischen Menschen in Wien, von den mittelalterlichen Verfolgungen als „Gottesmörder“, ermuntert durch die zur Schau gestellte Dornenkrone aus dem Reliquienschatz, bis hin zur „Hilfsstelle für nicht arische Katholiken“ während der NS-Zeit im erzbischöflichen Palais. Die andere Linie ist theologisch: Hinweise auf die jüdische Herkunft der Person Jesu in einer Beschneidungsszene, Apostel, die mit Judenhüten dargestellt sind, bis hin zum Grab Kardinal Königs, der die Neuorientierung des christlich-jüdischen Verhältnisses in der römisch-katholischen Kirche wesentlich mit gestaltet hat.
Dieses Thema strahlt über den kirchlichen Innenraum hinaus. Denn eine theologische Beurteilung des christlich-jüdischen Verhältnisses hat immer auch Auswirkungen auf die Menschen, auf ihr Leben auch jenseits der Kirchentüren. Und es stiftet ein geistiges Klima – in die eine oder andere Richtung –, das Beispiel gebend und so auch gesamtgesellschaftlich wirksam ist.
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Kursbeitrag: 10 Euro